In stiller Trauer nehmen wir Abschied von
Dipl.-Kaufmann Günter Kill
Vorstand der Pax-Bank i. R.
*11. September 1936 † 30. Mai 2026
Günter Kill trat 1977 als zweites hauptamtliches Vorstandsmitglied in die Pax-Bank ein. Als erfahrener Bankmanager gab er der Bank, die damals bereits auf eine 60-jährige Geschichte als katholische Kirchenbank zurückblickte, wichtige Impulse.
In seiner mehr als 23-jährigen Tätigkeit als Vorstand prägte er die Bank nachhaltig und leistete einen maßgeblichen Beitrag zu ihrem Wachstum in den 1980er- und 1990er-Jahren. So baute er mit großem Engagement die Beziehungen zu kirchlichen Institutionen und Hilfswerken aus und war an der Auflegung eines internationalen Rentenfonds beteiligt. Auch die Einrichtung unserer regionalen Kundenbeiräte geht auf seine Anregung zurück. Darüber hinaus vertrat er die Pax-Bank in zahlreichen Aufsichtsräten und Kuratorien institutionellen Kunden.
In seine Amtszeit fielen viele wichtige Meilensteine unserer Bankgeschichte, darunter der Umzug der Zentrale von der Steinfelder Gasse in die Von-Werth-Straße sowie die Eröffnung der Filialen in Trier, Mainz, Erfurt und Berlin. Auch nach seinem Ausscheiden im Jahr 2001 begleitete er die Entwicklung der Bank kritisch wie konstruktiv.
Mitarbeitende, die ihn persönlich kennengelernt haben, beschreiben Herrn Kill als ausgewiesenen Bankenexperten, der seine Meinung klar vertrat, bestens vernetzt war und über eine außergewöhnliche Detailkenntnis verfügte – insbesondere im Gesundheitswesen. Zugleich erinnern sie sich an einen Menschen mit einem eigenen Sinn für Humor, dem das menschliche Miteinander stets ein besonderes Anliegen war.
Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor seinen Verdiensten. Wir werden ihn als Vordenker mit Weitblick in Erinnerung behalten und als einen Menschen, der auch einen Sinn für die schönen Seiten des Lebens hatte.
Prälat Dr. Karl Jüsten
Dipl.-Kfm. Jürgen Reineke, Dr. Sebastian Reichardt, Dr. Manuel Sonntag
und alle Mitarbeitenden der Pax-Bank für Kirche und Caritas eG
Persönliche Worte von Dr. Christoph Berndorff
Die enorme Schaffenskraft von Herrn Bankdirektor Günter Kill für die Pax-Bank konnte ich als sein Vorstandskollege über viele Jahre hinweg beobachten. Stets war er mir ein zuverlässiger, fairer und vertrauenswürdiger Kollege. Was er als gut empfand, sagte er offen, ebenso ließ er aber seine konträre Meinung schnell erkennen.
Herr Kill brachte seine banktechnischen Kenntnisse von der großen Deutschen Bank und einer feinen Kölner Privatbank mit - dort hatte er die breite Produktpalette einer Großbank studiert, da die Vorzüge der persönlichen Kundenansprache kennengelernt. Mit diesem Rüstzeug baute er mit seinen Vorstandskollegen und den MitarbeiterInnen in der Zeit von 1977 bis 2001 “seine“ Pax-Bank aus.
Der Umzug in das heutige Bankhaus in die Von-Werth-Straße zu Köln verlieh dem Kreditinstitut ein neues Profil, sein Bekanntheitsgrad wuchs. Der Aufbau der Filialen Berlin und Erfurt, die Erweiterung der übrigen Filialen sowie die Ausdehnung der Produktpalette des Hauses ließen die Bank zu einer standfesten Größe wachsen, die mittlerweile auch in benachbarten Ländern wahrgenommen wurde. Hinzu kam die Ausdehnung des Investment-Geschäfts, das Kill mit Nachdruck betrieb; für die Zusicherung (mit der Liga-Bank) gegenüber der Fondsgesellschaft Ende 1989, einen Betrag von 100 Mio.€ innerhalb eines Jahres in der Kundschaft einzusammeln, bedurfte es schon sehr viel Mut.
Umtriebig und ehrgeizig baute Kill die Beziehungen zu kirchlichen Institutionen und zu Hilfswerken aus. Dabei erwarb er sich tiefe Kenntnisse im Krankenhaus- und Pflegeheimbereich. Gleich ob abends oder am Wochenende knüpfte er Kontakte zugunsten „seiner“ Pax-Bank. So lernte auch der Verfasser Herrn Günter Kill persönlich kennen.
Kill stand durchdachten, pragmatischen Vorschlägen stets offen gegenüber. Die Erweiterung des Pax-Versicherungsdienstes, die EU-Fördermittel-Beratung, die Immobilienberatung: Hauptsache es nutzt der Bank.
Als Menschen erlebte ich Kill humorvoll und auch den schönen Dingen des Lebens gegenüber aufgeschlossen; so genehmigte er sich auch während der Fastenzeit ein Glas Rotwein und stellte dabei fest, dass es für ihn „Medizin“ sei. Als Kölner feierte Kill gerne mit seinen MitarbeiterInnen Karneval und war Mitglied bei der „Großen Kölner Karnevalsgesellschaft“.
Kill lebte den Sport und spielte, wie seine Frau Marianne, leidenschaftlich gerne Tennis. Später wandte er sich dem Golfsport zu und wurde auch Präsident des Golfclubs Erftaue bei Köln.
Die Pax-Bank hat dem Vorstandsmitglied Günter Kill sehr viel zu verdanken und verneigt sich vor ihm in großer Anteilnahme.
Dr. Christoph Berndorff
(Vorstandsmitglied der Pax-Bank von 1994 bis 2013, Vorstandsvorsitzender von 2007 bis 2013)
Persönliche Worte von Gerd Greven
Der Persönlichkeit von Herrn Günter Kill in einem kurzen Statement gerecht werden zu wollen, gleicht einer Sisyphusaufgabe. So möchte ich hier - nur anhand von einigen mir wichtig erscheinenden Feststellungen und Aussagen aus der gemeinsamen Zeit mit ihm - ein paar Blitzlichter auf die Person des Herrn Günter Kill richten.
20 Jahre lang durfte ich ihn in seinem Berufsleben begleiten.
Bei meiner Einstellung betonte er: „Wir sind de jure eine Genossenschaftsbank, aber aufgrund unseres Gründungszwecks als Spezialinstitut für Kirche, Caritas und Orden haben wir eine starke Anlehnung an die Strukturen einer Privatbank. Dies gilt es zu verinnerlichen und weiter auszubauen.“ Dass ihm das mit seiner Mannschaft in seiner Schaffenszeit in der Bank gelungen ist, beweist allein die kontinuierlich positive Entwicklung der untrüglichen Bilanzzahlen.
Das Kundeninteresse war die Maxime seines Handelns unter Beachtung einer beiderseitigen nachhaltigen und fairen Partnerschaft. Sein Rat war gefragt, und so war er in zahlreichen Aufsichtsratsgremien und Kuratorien unserer Kundschaft tätig. Er gab sein profundes Wissen, das er durch Studium und seine langjährige Berufserfahrung in vielen Bereichen des Bankwesens erworben hatte, gerne weiter.
Herr Kill war ein ausgesprochener Netzwerker. Er brachte viele unserer Kunden in Veranstaltungen zum gemeinsamen Gedankenaustausch zusammen, z.B. anlässlich unserer Krankenhaussymposien.
Seine Initiative, einen Kundenbeirat in den verschiedenen Filialen zu begründen, war durch die Intensivierung der Kundennähe für die positive Entwicklung der Bank sehr wertvoll, aber auch für den Erfahrungsaustausch der Beiräte über die zeitnahe aktuelle Entwicklung in der Bank.
Er hatte immer die besonderen Interessen und Anforderungen unserer Kunden im Blick - sei es für den Bereich der Produktentwicklung unserer Bank, aber auch auf der Ebene der Verbandspolitik. Die Besonderheiten der gemeinnützigen Einrichtungen, die es bei den aufsichtsrechtlichen und finanzpolitischen Bestimmungen zu berücksichtigen galt, brachte er unermüdlich bei der Wahrnehmung seiner Mandate im Genossenschaftsverband und dem Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken ein.
Über die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Kirchenbanken im Interesse der gemeinsamen Kunden in einzelnen Projekten hinaus wurde seine Vision einer noch intensiveren Zusammenarbeit mit der Liga Bank, die seinerzeit zeitgleich in Regensburg ebenfalls von Klerikern als Hilfe zur Selbsthilfe im Sinne von Raiffeisen und Schulze-Delitzsch gegründet worden war, jedoch nicht realisiert.
Unvergessen bleibt sein soziales Engagement.
So war er der Initiator für die Gründung der Pax-Bank Stiftung. Deren Ziel es unter anderem ist, soziale Projekte unserer Einrichtungen in Kirche, Caritas und Orden finanziell zu unterstützen.
Nach einer Dienstreise – auf der er die große Not in den Favelas von Rio de Janeiro kennengelernt hatte – gewann er weitere Interessierte für die Gründung des Fördervereins für die Hafenschule in Rio de Janeiro Franzisko da Motta.
Aber auch in unserer Bank wurden durch ihn viele soziale Leistungen für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingeführt und ausgebaut.
Ein gutes Betriebsklima lag ihm sehr am Herzen das u.a. auch durch gemeinsame Feiern gefördert wurde.
Später nach seinem Ausscheiden aus den Diensten der Bank nahm er fast regelmäßig an den von einzelnen Pensionären der Bank organsierten Treffen teil, dass an jedem 2. Mittwoch eines neuen Quartals stattfindet. Dort wurde natürlich über alte Zeiten aber auch über die Veränderungen der Bank gefachsimpelt.
Herr Günter Kill war für mich wie ein väterlicher Ratgeber. Wir haben vieles gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen erarbeitet. Wir haben gemeinsam so manche Herausforderung gemeistert. Wir haben aber auch gemeinsam gefeiert und gelacht.
Ich bin ihm zu großem Dank verpflichtet und vermisse ihn sehr.
Gerd Greven
(Vorstandsmitglied der Pax-Bank von 1999 bis 2014)