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Atmosphärisches Konzert in einer Kirche

BeTONt - eine musikalische Residenz in den Kirchen Gottfried Böhms

Wichtige Information

Freitag, 11. September 2026 | 19 Uhr 
Sankt Gertrud Kirche + Kultur | Krefelder Str. 57 | 50670 Köln

Am 11. September 2026 eröffnet das CoGNiMUS Collektiv mit BeTONt eine neue Konzertresidenz, die sich der Architektur Gottfried Böhms durch Musik, Performance und Klang nähert.

Die Reihe 2026/27 führt durch Sakralbauten, die von dem Kölner Architekten entworfen oder umgestaltet wurden, und umfasst fünf eigens für die jeweiligen Spielorte entwickelte Konzerterlebnisse. Die Eröffnungsproduktion findet in Sankt Gertrud Kirche + Kultur nahe dem Hansaring im Kölner Agnesviertel statt. Im Zentrum des Programms stehen zwei sehr unterschiedliche Vertonungen des mittelalterlichen Stabat Mater: Giovanni Battista Pergolesis Komposition aus dem Jahr 1736 und Arvo Pärts Werk von 1985.

Unter der musikalischen Leitung von Yorgos Ziavras treten die beiden Werke in der rund 70-minütigen Aufführung miteinander in einen Dialog. Pergolesis barocke Vertonung für Sopran, Alt, Streicher und Basso continuo trifft auf Pärts reduzierte Komposition für drei Singstimmen und Streichtrio. Zwei musikalische Sprachen, die fast 250 Jahre voneinander trennen, nähern sich demselben Text und seinem zentralen Bild: Eine Mutter, die um ihr verstorbenes Kind trauert.

Anstatt die beiden Werke als konventionelles Doppelprogramm zu präsentieren, hat CoGNiMUS eine halbszenische Aufführung entwickelt. Die Produktion betrachtet Trauer nicht allein als religiöses Motiv, sondern als eine gemeinsame menschliche Erfahrung, die kulturelle und religiöse Grenzen überschreitet.

Die Inszenierung versucht dabei nicht, die Musik unmittelbar zu illustrieren. Vielmehr schafft sie einen visuellen und räumlichen Rahmen für die im Text des Stabat Mater angelegten Themen Trauer, Mitgefühl und Trost. Die Architektur von Sankt Gertrud wird dabei zu einem aktiven Bestandteil des Konzerterlebnisses.

Von der Architektur geprägte Musik

Sankt Gertrud wurde 1965 fertiggestellt und zählt zu den markantesten Kölner Bauten Gottfried Böhms. Sichtbeton, kantige Formen und ein präzise gestalteter Innenraum schaffen einen Ort, der zugleich monumental und intim wirkt.

Die Kirche war zugleich der ursprüngliche Ausgangspunkt für BeTONt. Bereits im November 2024 veranstaltete CoGNiMUS dort ein Konzert. Aus der besonderen Atmosphäre und Akustik des Gebäudes entstand anschließend die Idee für die Konzertresidenz.

Böhms Architektur verbindet häufig moderne Materialien mit überlieferten Formen. Tradition erscheint in seinen Bauten nicht als etwas Unveränderliches, sondern als Ausgangsmaterial, das weiterentwickelt und in die Gegenwart überführt werden kann. BeTONt überträgt dieses Prinzip auf die Musik.

Im Verlauf der Reihe trifft historisches Repertoire auf zeitgenössische Komposition, Klanginstallation, szenische Performance und partizipative Formate. Jedes Programm entsteht in unmittelbarer Auseinandersetzung mit der Geschichte, der Struktur und den akustischen Eigenschaften des jeweiligen Spielortes.

Die Konzerte finden daher nicht einfach nur in Böhms Gebäuden statt. Vielmehr bestimmt die Architektur mit, welche Musik ausgewählt wird, wie sie inszeniert wird und auf welche Weise das Publikum sie erlebt.

Ein anderer Zugang zum klassischen Konzert

Das 2015 in Köln gegründete CoGNiMUS Collektiv entwickelt Konzertformate, die etablierte Konventionen der klassischen Musik neu hinterfragen.

Seine Produktionen verbinden vertrautes Repertoire mit zeitgenössischen künstlerischen Ausdrucksformen und bringen Musik bewusst aus dem traditionellen Konzertsaal heraus. Für jedes Projekt arbeitet das Kollektiv mit einem lokalen Netzwerk freischaffender Musiker*innen, Sänger*innen und weiterer Kunstschaffender aus Köln und Nordrhein-Westfalen zusammen und stellt jeweils ein eigenes Ensemble zusammen.

Mit BeTONt führt CoGNiMUS diesen Ansatz im Rahmen einer Konzertresidenz fort, die eng mit der architektonischen Identität Kölns verbunden ist. Die Reihe lädt das Publikum dazu ein, Musik, Performance und Architektur als Bestandteile eines gemeinsamen Erlebnisses wahrzunehmen – und die Bauten Gottfried Böhms nicht nur als Spielorte, sondern als eigenständige Klangräume zu erfahren.

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